Dokumenten Management und Archivierung GmbH
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Rezension Bestandserhaltung 1997-2001

Barbara Roth: De la restauration de prestige à la conservation au quotidien. L'atelier des Archives d'Etat de Genève

Arbido, 16 (2001), Nr. 9 (September), S. 20 - 22

Rezensent Peter Toebak

Die Autorin beschreibt Ablauf und Ausrichtung der Restaurierungs- und Konservierungsarbeit im Staatsarchiv Genf. Das Vorgehen ist durchdacht und ordentlich. Alle fachlichen und berufsethischen Anforderungen werden erfüllt.
Methodische Nachvollziehbarkeit ist gewährleistet. Schutzmikroverfilmung findet ebenso statt wie der Gebrauch von säuerfreiem Verpackungsmaterial. Recyclingpapier, Massenkonservierung, Öffentlichkeitswirkung eines Ateliers und Sensibilisierung des Archivpersonals werden thematisiert.

Folgender Satz ist für Einzelrestaurationen richtungsweisend: "Les restaurations respectent les grands principes de déontologie en vigueur aujourd'hui: réversibilité, intervention qui respecte l'intégrité du document, conservation et remploi de tous les éléments qui peuvent l'être, refus de la tricherie et du faux vieux" (20). Bezüglich des Massenverfahrens wird bemerkt: "(...) le traitement stabilise l'état du papier et lui donne une réserve alcaline, mais il ne le répare pas" (21). Das Recyclingpapier ist nicht nur "acide", es weist auch eine "mauvaise qualité des fibres" auf (22).

Obwohl die bauliche Infrastruktur und technische Ausstattung dem Kanton Genf gehört, arbeiten die Mitarbeitenden des Ateliers für eigene Rechnung im Auftrag des Staatsarchivs. Diese Spezialkonstruktion kann für eine Daueraufgabe durchaus sinnvoll sein, auch wenn die organisatorischen (siehe z.B. auch das ausführliche Pflichtenheft eines künftigen Mitarbeiters für Vorbereitung und Aufsicht der Arbeiten, 22) und finanziellen Verpflichtungen für die Archivinstitution sich auf diese Weise nicht verringern lassen.

Kein Zweifel, das Bestandserhaltungsbudget muss in den nächsten Jahren angesichts der Rückstände und Mängel weiter ansteigen.

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