Dokumenten Management und Archivierung GmbH
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Rezension Mikroverfilmung und elektronische Archivierung 1997-2001

Martin Fenske: Planung eines digitalen Parlamentsarchivs

Nachrichten für Dokumentation (NfD). Information-Wissenschaft und Praxis, 51 (2000), Nr. 7 (Oktober/November), S. 407 - 414

Rezensent Peter Toebak

Die gedruckten Parlamentssachen und Gesetzblätter von Schleswig-Holstein sind seit 1999 im Internet verfügbar. Jetzt wird ein digitales Parlamentsarchiv geplant, dass nicht die Originalakten ersetzen, sondern den Zugriff auf die öffentlichen Informationen des Landtags und seiner Kommissionen intern und extern erleichtern wird.

Der Artikel bietet interessante Hinweise für die Planung von Digitalisierungsprojekten. Die freie Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit, die Aktualität des Materials und die Relevanz der Dokumentserien wirken sich z.B. positiv oder negativ auf die Nachfrage und damit auf den Entscheid zur Digitalisierung aus. Die Erfassung kompletter, klar abgrenzbarer Bestandseinheiten wird nicht nur billiger sein, sie wird auch zu einen nachvollziehbaren Bestandsaufbau führen.

Es werden Literaturdaten bezüglich Digitalisierung, OCR, Scanaufwand und (automatischer) Indexierungsleistung pro Person und Tag (zwischen 600 und 1.000 Seiten) herangeführt. Unterschiedliche Formatempfehlungen für die Bildschirmdarstellung, das Retrieval, das Drucken/Herunterladen und die Langzeitarchivierung von Daten kommen hinzu. Performanz, originalgetreue Wiedergabe und Speicherbedarf sind hier die bestimmenden Faktoren.

Für die Langzeitaufbewahrung wird doppelte Primärdatenhaltung vorgeschlagen: TIFF 400-600 dpi komprimiert mit ITU Gruppe 4 für die Imagedateien und PDF 600 dpi und SGML/XML für die Erhaltung der Performanz der zeichenkodierten Texte. TIFF braucht erheblich mehr Speicherplatz als PDF, welches das Erscheinungsbild von Dokumenten ebenfalls sicherstellt und beschränkte intelligente Möglichkeiten aufweist. Aber PDF "eignet (...) sich (als) herstellerabhängiges Format (...) nur bedingt als alleiniger digitaler Master" (411, Fussnote 8).

Das Verwalten zeichenkodierter Formate (SGML/XML) für Archivierungszwecke ist interessant, kann sich aber als aufwendig erweisen. TIFF- und PDF-Dateien sind einfacher, preiswerter zu verwalten als intelligente Formate. Der Mehraufwand kann sich jedoch in Projekten wie diesem durch die erzielte Internetfähigkeit rechtfertigen.

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