Dokumenten Management und Archivierung GmbH
Dr. Peter Toebak

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Übersicht Rezensionen Bestandserhaltung 2007-2011

Michael Schelter, Sebastian Barteleit und Martin Luchterhandt: Die Notfallübung des Berlin-Brandenburger Notfallverbunds 2010

Archivar. Zeitschrift für Archivwesen, 64 (2011), Heft 2 (Mai), S. 210 - 213

Rezensent Peter Toebak
Der Artikel beschreibt die Organisation und den Ablauf einer Notfallübung mit 150 lfm selektierten Kassanda unter Archivpartnern. Schelter, Barteleit und Luchterhandt thematisieren die Qual der Wahl bei der Sicherstellung der Bestandseinheiten in Notfällen: Hat die physische Sortierung nach Schädigungsgrad das Primat oder muss die logische, archivische Tektonik (Provenienz) unter allen Umständen geschützt bleiben? Viel hängt vom Umfang und der Intensität des Ernstfalls ab. Ein gestuftes Vorgehen - zunächst Sichern der Tektonik, danach Gruppierung nach Schädigungsgrad - lässt sich nicht immer umsetzen.

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Mario Glauert: Verpackungen für Archivgut. Empfehlungen der Archivreferentenkonferenz, ausgearbeitet vom Bestandserhaltungsausschuss der ARK

Archivar. Zeitschrift für Archivwesen, 64 (2011), Heft 1 (Februar), S. 57 - 62

und

Mario Glauert: Betriebsrisiken von Archivgebäuden. Empfehlungen der Archivreferentenkonferenz, ausgearbeitet vom Bestandserhaltungsausschuss der ARK.

Archivar. Zeitschrift für Archivwesen, 64 (2011), Heft 1 (Februar), S. 63 - 65

Rezensent Peter Toebak
Der erste Artikel ist eine detaillierte, aktuelle und erklärende Auflistung von Normen, Anforderungen, Varianten und Begriffen. Insbesondere die Normen DIN EN ISO 9706 (Beschaffung alterungsbeständigen Papiers) und ISO 16245:2009 für Archivschachteln, Umschläge, Mappen und andere Behälter sind relevant. Aussen- und Innenverpackungen für Schriftgut, aber auch für Bände, Grossformate und Karteien kommen auf ersichtliche Weise zur Sprache. Einige interessante Feststellungen:

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Dunja Böcher und Paola Delacrétaz (Hg.): ABD Stellen und Katastrophen/Centres ABD et catastrophes/Centri ABD e catastrofi

Arbido, 25 (2010), Heft 4, 48 Seiten

Rezensent Peter Toebak
Die Arbido-Redaktion bringt eine zweite interessante Themanummer im Jahre 2010 aus. Diesmal handelt es sich um aktuelle Katastrophenfälle im ABD-Bereich (auch mit aussagekräftigen Fotoaufnahmen), die Folgearbeiten (manchmal mehrere Jahrzehnte umfassend), die Sensibilisierung über Archivpädagogik, die Möglichkeiten zur Prävention, die Handhabung und die Lessons Learned. Zwar schreibt Cristina Bianchi: "La Suisse semble être à l'abri des grosses catastrophes naturelles". Sie verfolgt jedoch:

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Mario Glauert und Ingrid Kohl: Die Ver-Messung der Welt. Zur Lagerung und Restaurierung von Karten in Archiven

Archivar. Zeitschrift für Archivwesen, 63 (2010), Heft 1 (Februar), S. 59 - 66

Rezensent Peter Toebak
Der Artikel weist darauf hin, dass Karten, Pläne, Risse, Bauzeichnungen und technische Zeichnungen wegen des Grossformats problematisch sind für Lagerung, Aufbewahrung und Benutzung. Planlegung ist in jedem Fall der zusammengerollten oder der gefalteten Lagerung konservatorisch und wirtschaftlich vorzuziehen.

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Ellen Stöcklein: Alltagsprobleme der Bestandserhaltung in Bibliotheken und Archiven. Klima und Lagerung, Staub und Schimmel ...

Bibliotheksdienst. Organ der Bibliothek & Information Deutschland (BID), 44 (2010), Heft 2 (Februar), S. 115 - 121

Rezensent Peter Toebak
Die Autorin bespricht eine Fortbildungsveranstaltung, die 10.-11.11.2009 in Dresden stattfand. Sie hält mehrere konkrete Angaben fest, wodurch der Artikel für Manager in Bewahrinstituten interessant ist. Der Leser erhält ein gutes Bild, welche Alltagsprobleme alles möglich sind. Die Norm DIN ISO 11799 befasst sich mit der Lagerung und dem Klima von Archiv- und Bibliotheksgut. Auch die Reinigung und Desinfektion kommen zur Sprache.

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Sven Lautenschläger: Die Lagerung von Karten im Archiv

Archivar. Zeitschrift für Archivwesen, 62 (2009), Heft 3 (Juli), S. 265 - 268

Rezensent Peter Toebak
Der Artikel behandelt die Planlegung für die einheitliche, gleichmässige und schonende Aufbewahrung papierener Karten, Risse und Pläne. Befeuchtungs- und Trocknungsmethoden werden mit den Risiken (Spannungen im Trägermaterial, Zerdrücken der Oberflächenstruktur) besprochen. Der Blattverzug infolge einer Restaurierung ändert auch die Ausgangsdaten der graphischen Darstellung und muss beim Zurateziehen korrigiert werden (Plandimensionen versus Realdimensionen).

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Ellen Stöcklein: Damit Papier bleibt .... Erfahrungen mit der Massenentsäuerung

Bibliotheksdienst. Organ der Bundesvereinigung deutscher Bibliotheksverbände (BDB), 43 (2009), Heft 2 (Februar), S. 122 - 131

Rezensent Peter Toebak
Massenentsäuerung bleibt auch im digitalen Zeitalter ein wichtiges Thema. Hohe Prozentsätze der säurehaltigen Anteile in den Beständen werden genannt, bis zu fast 100% für die Periode der industriellen Papieranfertigung (vor allem 1840-1970, überdies 1970-1990). Entsprechend hoch sind auch die Kosten, um eine Neutralisierung der Säuren und einen alkalischen Puffer im Papier zu bewirken. Prävention (Lagerung und Konservierung), Konversion (Mikroverfilmung, nicht nur Digitalisierung) und Massen- und Mengenentsäuerung (kein weiterer Abbau der Fasersubstanz der oftmals heterogenen Papiervorlagen) verstärken einander beim Vorgehen.

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Anna Haberditzl und Martin Luchterhandt: Digitalisierung von Archivgut im Kontext der Bestandserhaltung. Positionspapier der ARK

Archivar. Zeitschrift für Archivwesen, 61 (2008), Heft 4 (November), S. 395 - 398

Rezensent Peter Toebak
Das Positionspapier befasst sich nicht mit genuin digitalen Daten ("digitally born"), wie es Verwaltungsunterlagen und Daten aus Fachanwendungen und Office-Systemen, E-Publikationen und auch erschliessende Metadaten sind. Die Bilddateien stehen im Vordergrund. Es handelt sich um Image-Retrodigitalisierung. Bis zu 15.000 Images pro Laufmeter Schriftgut sind denkbar. Klar ist auch, dass zunächst die Beständeübersichten und Findmittel zum Zug kommen und erst dann eine Auswahl retrospektiv zu erzeugender Abbildungen von Archivalien.

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Hubert Höing: Das Bückeburger Verfahren zur Massenentsäuerung von Archivgut. Ergebnisse einer längerfristigen Wirkungskontrolle

Archivar. Zeitschrift für Archivwesen, 61 (2008), Heft 2 (Mai), S. 163 - 166

Rezensent Peter Toebak
Der Artikel macht klar, dass das Bückeburger Verfahren auch längerfristig (faktisch mittelfristig) zu sicheren Ergebnissen führt. Bisher waren nur künstliche Alterungstests zur Kontrolle unternommen (mittels erhöhter Temperatur und erhöhter Luftfeuchtigkeit). Der pH-Wert des behandelten Papiers und die alkalische Reserve (Puffer) nahmen über die Periode 1995-2007 zwar ab, sie bleiben jedoch deutlich im grünen Bereich.

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Thomas Parschik: Massenentsäuerung im Ibero-Amerikanischen Institut - Preussischer Kulturbesitz. Ein Erfahrungsbericht

Bibliotheksdienst. Organ der Bundesvereinigung deutscher Bibliotheksverbände (BDB), 42 (2008), Heft 2 (Februar), S. 159 - 163

Rezensent Peter Toebak
Der Artikel enthält viele Hinweise aus der Praxis. Er macht klar, dass Massenentsäuerung ein Muss ist für Bibliotheken und Archive, solange die Originalunterlagen erhaltenswert bleiben: "In Deutschland sind derzeit etwa 30% der Buchbestände in wissenschaftlichen Bibliotheken vom säurebedingten Papierzerfall bedroht", langfristig sogar etwa 80% (159).

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Anna Haberditzl: Empfehlungen der ARK zu Schimmelvorsorge und -bekämpfung in Archiven

Der Archivar. Mitteilungsblatt für deutsches Archivwesen, 60 (2007), Heft 4 (November), S. 329 - 336

Rezensent Peter Toebak
Im Beitrag werden restauratorische, mikrobiologische und arbeitsmedizinische Aspekte angesprochen. Schimmelpilzen "werden von Laien oft über-, aber auch unterschätzt" (329). Dazu kommt, dass auch nur staubiges, nicht ausdrücklich schimmliges Archivgut gesundheitsschädigend ist. Wichtigste Präventivmassnahmen bleiben die Klimakontrolle (zulässige Werte zwischen 16-20°C und 45-55% rF), die sorgfältige Verpackung und die regelmässige Reinigung der gebäulichen Infrastruktur und des Abstellinventars. Vorbeugende Desinfektion oder sogar Sterilisation ist hingegen wirkungslos, sogar schädigend im Verhältnis zum (dauerhaften) Nutzen.

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Anna-Maija Müller und Regula Zürcher: Zelluloseazetat-Filme. Vorprogrammiertes 'Essig-Syndrom' (vinegar syndrome)

Der Archivar. Mitteilungsblatt für deutsches Archivwesen, 60 (2007), Heft 4 (November), S. 346 - 349

Rezensent Peter Toebak
Im Artikel wird hingewiesen auf die Gefahren von Zellulosediazetat und Zellulosetriazetat als Datenträger für Mikrofilmaufnahmen mit Archivwert. Bekannt ist, dass das Vorgängermaterial Nitrozellulose selbstentzündlich ist. Zelluloseazetat ist jedoch ebenfalls unstabil und kann die Bildschicht nicht lange genug sicher festhalten. "Der chemische Zerfallsprozess verursacht die Schrumpfung des Trägermaterials, während die lichtempfindliche Schicht ihre ursprüngliche Grösse beibehalt" (347).

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Marcus Stumpf: Massenentsäuerung im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Erfahrungen mit dem Neschen-Verfahren

Der Archivar. Mitteilungsblatt für deutsches Archivwesen, 60 (2007), Heft  2 (Mai), S. 112 - 118

und

Ralf Stremmel: Massenentsäuerung. Möglichkeiten und Grenzen.

Der Archivar. Mitteilungsblatt für deutsches Archivwesen, 60 (2007), Heft  2 (Mai), S. 119 - 127

Rezensent Peter Toebak
Massenentsäuerung bleibt ein aktuelles Thema für das Archiv- und Bibliotheksgut von etwa 1850 bis in die 1980er Jahre. Das industriell hergestellte Holzschliffpapier enthält Baumharzleim, sodass "der Zerfallsprozess (...) selbst bei optimaler Lagerung (...) nur verzögert, aber nicht gestoppt" werden kann (112). Dieser Prozess ist endogen und autokatalytisch (selbst beschleunigend). Es werden in den Artikeln konkrete Kennzahlen und Preisen pro Laufmeter genannt, anzufangen mit den Rückständen in Deutschland:

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