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Rezension Finanzen und Infrastruktur 2012-2018

Henning Klauss: Zur Ermittlung des finanziellen Wertes von Medien einer Universitätsbibliothek

Bibliotheksdienst. Organ von Bibliothek & Information Deutschland (BID), 47 (2013), Heft 5, S. 315 - 322

Rezensent Peter Toebak

Mit einer einfachen Formel bewertet der Autor den Monographien- und Zeitschriftenbestand seiner Bibliothek (UB der Europa-Universität Viadrina, EUV). Zunächst werden die jährlichen Beschaffungskosten (Sachkosten) für Monographien und Zeitschriften summiert, danach der jährliche Wertverlust mit 10% für die erste Gattung und 20% für die zweite degressiv abgezogen (Zeitschriften verlieren mehr an Aktualität als Bücher, haben also einen grösseren Wertverfall). Aussonderungen, Verluste (Diebstahl, Schusseligkeit) bleiben unberücksichtigt, weil sie nur gering sind. Sie lassen sich unter die Abschreibungen subsumieren. Andere Medien, die sehr wohl das Bibliotheksbudget belasten, bleiben ausser Betracht. Denn entweder spielen sie, absolut besehen, keine grosse Rolle (Karten, Mikrofiches, CD-ROMs, DVDs), oder sie gehören gar nicht zur physischen Inventur (lizentierte E-Books, E-Journals, Datenbanken).

Der Autor bezieht sich nur auf den (objektiven) Finanzwert des Monographien- und Zeitschriftenbestands, nicht auf den (subjektiven) Kulturwert. Dies würde das System und die Systematik der Controller und Betriebswirtschafter sprengen. Im Gegensatz zu aktuellen Neuzugängen, tritt bei alten Büchern "im Laufe der Zeit kein Wertverlust, sondern ein Wertzuwachs ein" (319). Wertvolle Bücher "im Sinne von Kunstgegenständen" (318, Fussnote 5) fallen darum ebenfalls aus der Berechnung heraus. Schliesslich müssen Controller und Betriebswirtschafter schnell und simpel ausrechnen können, "welche Finanzmittel neben dem Erwerb von Datenbanken jährlich in eine UB fliessen müssen, um deren Wert zu erhalten", und welche "andere finanzielle Zuwendungen" es für die Wertsteuerung genauso braucht (322).

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