Dokumenten Management und Archivierung GmbH
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Rezension Mikroverfilmung und elektronische Archivierung 2007-2011

Gilbert Coutaz: La numérisation des registres de reconnaissances des Archives cantonales vaudoises. Une première en Suisse dans le partenariat

Arbido, 24 (2009), Heft 3 (September), S. 26 - 29

Rezensent Peter Toebak

Der Autor sieht Parallelen zwischen der mondialen Mikroverfilmung genealogischer Quellen durch die Mormonen (religiös motiviert) und der Retrodigitalisierung in grossem Stil durch Google von Büchern (kommerziell motiviert). Mittlerweile setzen die Ersten auf die "numérisation pour la diffusion, le microfilm demeurant le support de référence pour la conservation" (27). (Heterogener) Widerstand hat sich inzwischen gebildet (so seitens der Schweizerischen Bischöfe und der Zivilschutzämter) gegen die Digitalisierung und Indexierung bereits verfilmter Pfarreiregister.

Für den Kanton Waadt bleiben jetzt die "registres de reconnaissances" (Schuldverschreibungsregister) zur Digitalisierung übrig. Es handelt sich um Register aus dem Mittelalter und dem Ancien Régime bezüglich seigneurialer Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit dem Landbesitz. 1,6 Mio Aufnahmen sind vorgesehen in einer Auflösung von 300 dpi (4.306 Register), TIFF, Graustufenformat. Indexierung (eine Art "double keying" mit Kontrolle der Abweichungen von Spezialisten aus dem Waadtland selbst) und freie Wiedergabe über das Internet stehen auf dem Programm.

Klare Regeln und Abläufe verbinden die Parteien, inklusive der Berücksichtigung von Konservierungs- und Restaurierungsaspekten. "L'atelier de restauration assume les travaux de consolidation et de stabilisation des registres, fragiles ou endommagés" (28). Mit Recht wird überdies postuliert, dass die "travaux de numérisation (...) rendent possible le retrait progressif de la consultation des documents originaux, dans un état critique" (28). Die direkten Kosten werden, wie üblich, von den Mormonen getragen. Generell lassen sich solche umfangreiche Projekte nur von externen Sponsoren und Beteiligten finanzieren, so meint Gilbert Coutaz. Die Dauer wird auf fünf Jahre beziffert.

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