Dokumenten Management und Archivierung GmbH
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Rezension Mikroverfilmung und elektronische Archivierung 2007-2011

Sonja Beckers und Alexandra Weitz: Elektronische Pflichtliteratur. Ein Pilotprojekt der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Bibliotheksdienst. Organ der Bibliothek & Information Deutschland (BID), 45 (2011), Heft 5 (Mai), S. 453 - 464

Rezensent Peter Toebak

Wie erfüllen Bibliotheken ihre Aufgabe auf effiziente Weise, E-Publikationen zu sammeln, erschliessen, bereitzustellen und aufzubewahren? Ein Pilotprojekt gibt darüber Auskunft. Das Sammelprofil ist lokal bedingt und bezieht sich auf den Regierungsbezirk von Düsseldorf: Monografien und Zeitschriften von Verlagen, Amtsdruckschriften und Graue Literatur "in unkörperlicher Form", jedoch keine Webseiten (technische Sonderstellung), zeitlich begrenzte Vorabveröffentlichungen, reine Software, Fernseh- und Hörfunkproduktionen, kommerzielle Netzpublikationen, private Einträge und Blogs ohne Themenbezug. Das Pilotprojekt betraf die elektronischen Amtsdruckschriften als Testbestand und nahm insbesondere den technischen Workflow zum Ausgangspunkt. Automatisches Harvesting gehört fürs Erste nicht zu den Möglichkeiten. "Ein Grossteil der Netzpublikationen muss mit hohem personellem Aufwand aktiv im Internet recherchiert und 'abgeholt' werden, damit die Landesbibliothek ihrer Verpflichtung der Sammlung, Erschliessung und Archivierung nachkommen kann. Eine Informationspflicht seitens der Ablieferer über Neuerscheinungen und deren Standort würde die Arbeit in den Bibliotheken erleichtern" (464).

Als Formate werden PDF, PDF/A, ZIP-Container und EPUB für E-Books genannt, wobei auch rechtliche Fragen zu klären sind (Digital Rights Management, Präsentation versus Langzeitaufbewahrung). Die ZIP-Container dienen hauptsächlich dem Transfer von PDF-Dokumenten mit ihren Metadaten an Dritte (Digitales Archiv). Die Amtsdruckschriften erhalten automatisch eine individuelle URN, die als Schlüsselfeld zwischen allen Erfassungs-, Verwaltungs- und Präsentationssystemen dient. Aus der Beschreibung folgt, dass die physische Strukturebene als einfache logische, hierarchische Baumstruktur und die virtuelle (multiple) Klassierung (Datensicht aufgrund von Attributen) beide wesentlich sind. Die Frage, ob Amtsdruckschriften nicht besser in Kombination mit dem Entstehungs- und Handlungsdossier erschlossen werden sollten, bleibt ausgeklammert. Gerade in dieser Hinsicht könnten Bibliotheken und Archive jedoch gut zusammenarbeiten und sind die möglichen Potenziale noch nicht ausgeschöpft.

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